grafik design blog

austrian creatives: 0717

June 26th, 2010 by admin

enter 0717: ein kreativer Kopf und Grafik-Punk der für Atomic designt und einen Faible für Lemminge hat…

+ who is 0717?
Lilo Krebernik, 35, lebe seit ca. 3 Jahren in Wien. Den Großteil meiner (Arbeits-)Zeit verbringe ich mit Illustration und Grafikdesign im Boardsportbereich, in letzter Zeit viel mit der Entwicklung von Apparel Kollektionen und Snowboards. Aktuell bin ich gerade mit den Atomic Snowboards für 2012 fertig geworden und ich bin mitten in der 2012 Line für Kini Red Bull.

Zusätzlich kümmere ich mich um den Vertrieb/Verkauf von Designer Toys im Shop meiner Freundin Kathi, dem sixxa store vienna. Sie macht seit Jahren ihr eigenes Streetwear-Label und der Laden repräsentiert ziemlich genau das, was uns gefällt am Design.

+ when and why did you start with graphic design?
Das Interesse an Grafikdesign erweckt hat vor allem Skateboarding … die Decks in den 80ern waren da sicher ein Highlight, und wir haben als Kids oft Logos von Skatebrands abgezeichnet, auf die Wände gemalt, etc. Sean Cliver, VC Johnson, Pushead oder Jim Phillips, ich kann mich da schon noch recht gut an Namen erinnern. Wir haben als Kids sogar Sticker aus Folien nachgebaut, da sie damals in Europa so gut wie gar nicht erhältlich waren.

+ which are your main influences?
Es gibt viele die mich interessieren, aber ich kann es eigentlich auf creative Köpfe aus der Skateboardszene einschränken. Natas Kaupas, Mark Gonzales, Brian Lotti, Ed Templeton, Andy Howell und noch die “big names” die in anderen Bereichen erfolgreich sind wie Jason Lee, Matt Hensley und natürlich Spike Jonze. Ansonsten mein Umfeld, vor allem das Netzwerk an Leuten der Schmiede und haufenweise Freunde die illustrieren.
Natürlich darf meine Familie nicht fehlen, einfach weil jeder von uns sein Ding macht – dadurch gibt es auch genügend Verständnis für meinen Weg.

+ are you currently working for somebody?
Ich bin externer Art Director für Atomic Snowboards, arbeite sonst für einige andere Auftraggeber, aber selten als Freelancer, meistens direkt. Macht die Kommunikation oft einfacher, und ich kann meine Vorstellungen besser einbringen. Hin und wieder gibt es Aufträge von Agenturen (z.B. für KTM, Megacard und Almdudler), aber in den letzten Monaten hab ich dazu wenig Zeit gehabt.

+ how do you approach a job you got?
Klassische Konkurrenzanalyse, zumindest wenn es um kommerzielle Aufträge geht. Hält die Fehlerquote gering, aber limitiert natürlich. Für große Projekte ist die Konzeption das Um und Auf, Moodboards sind für mich bei Atomic unerläßlich. Die Details oder einzelnen Arbeiten können dann aber sehr unterschiedlich sein, was meinen Workflow angeht.
Bei freien Arbeiten ist viel spontan, die mache ich meistens dann wenn mir wirklich langweilig ist. Das passiert zwar auch immer seltener, aber hin und wieder hab ich da einen inneren Drang, mich hinzusetzen, und alles andere auszublenden.

Und ich muss dazusagen, dass oft Skate- und Snowboarding meinen Kopf frei machen. Dadurch dass ich meinen früheren “Job” jetzt nur mehr zum Spaß mache, bringt das oft nötiges Momentum in meine Arbeiten.

+ which was you favourite job/artwork?
Character Mould, mein aktuellstes großes nicht kommerzielles Projekt. Eine Referenz an Designer Toys die versucht die Verknüpfung zu Skateboarding herzustellen. Konkret habe ich einen ca. 6m großen Character aus einem dazu gebauten Betonpool abgeformt, das Ergebnis kann man in Radstadt besichtigen.
Generell kann ich sagen dass viele ältere Projekte mit Red Bull wirklich viel ausgelöst haben, einfach weil da die Zusammenarbeit gestimmt hat, und man über den Tellerrand blicken musste. Die Highway Invasion, Access All Areas Tour und die Brandwagen Events sind unter anderem auf meinem Mist (mit)gewachsen, und es war spannend von Anfang an – Konzeption bis zur Umsetzung – maßgeblich dabei zu sein.

+ which was your hardest job/artwork?
Character Mould, weil ich von Anfang nicht wirklich sicher war, ob man von einem digital entwickelten Character tatsächlich funktionelle, reale Objekte schaffen kann. Und die Umsetzung hat 1 Jahr gedauert, bzw. sogar 2 Jahre vom ersten Draft. Es geht halt weit über den normalen Grafikdesign/Illustrationsjob hinaus durch die Komplexität des Projekts. Aber alles in allem bin ich froh über den Output, und die abschließenden Artworks für Beschilderung und Eventflyer etc. waren dann “piece of cake”.

+ name us some of your favorite designers
Don Pendleton, Evan Hecox, Barry McGee, Jim Houser und natürlich Kathi!

+ what are your resources/working materials and why do you use them?
Alles was es so gibt, hängt tatsächlich sehr vom Job ab. Insgesamt werde ich leider analog immer langsamer, und am Rechner hab ich mir eine Grundeffizienz zugelegt, die es leichter macht. Trotzdem sind mir die analogen und artsy Projekte lieber: Skalpell/Cutter, MTN Dosen plus alles was man so im Baumarkt finden kann …
Vor dem Mac geht bei mir ohne Wacom Tablett inzwischen fast gar nichts, ich bin das so gewöhnt, dass normales Arbeiten mit der Mouse nicht mehr möglich ist. Ohne zweiten Monitor bin ich auch recht verloren, man passt sich halt leider zu schnell an Infrastrukur an ;)

Und ich gebe zu dass ich ein recht großes Archiv an interessanten Bildern, Arbeiten, Produkten horte, das stöbere ich immer wieder durch um eine generelle Richtung für Projekte festzulegen. Außerdem ist unsere Bibliothek an Büchern und Magazinen recht umfangreich, auf jeden Fall eine wichtige Quelle um nicht immer das Gleiche zu machen.

+ show us one of your workflows
Was älteres, hat aber immer noch Gültigkeit: KLICK

+ considering your past, what is your recommendation for fellow designers?
Nicht jedem Job nachjagen, sondern nur die machen, die zu einem passen – macht es langfristig leichter und interessanter.

+ what do you think of the austrian scene?
Ich hab in einem Profil einmal folgendes angegeben: “Design in Österreich braucht mehr Punks. Mehr DIY-Freaks. Mehr Piraten!” – dazu steh ich immer noch ;)

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